Sollten Muslime Halloween feiern?

Orange Kürbisse

Sollten Muslime Halloween feiern?

Die Gruselstimmung steigt. Sowohl im Kindergarten, als auch in der Nachbarschaft. Dekorative und schmackhafte Kürbisse verwandeln sich in furchteinflößende Fratzen, riesige Plastikspinnen hängen von den Dachrinnen und Totenköpfe und Skelette verzieren den Vorgarten. Selbstverständlich findet auch Monsieur Milchbart dieses ganze Spektakel unglaublich interessant und macht mich täglich während unserer Spaziergänge auf die neue Dekoration im Stadtteil aufmerksam. Auch im Kindergarten scheint es Thema zu sein. Denn plötzlich steht „Erschrecken spielen“ ganz weit oben auf dem Tagesprogramm. Sogar Mister Spucki begrüßt mich zeitweilig mit einem „Ruahhh“ und rennt amüsiert durch die Wohnung. Nun stellt sich mir also die Frage „Sollten Muslime Halloween feiern?“. 
Orange Halloween Kürbisse
Bildquelle: Pixabay
Vorab möchte ich natürlich festhalten, dass ich niemanden in seiner Entscheidung oder Lebensweise kritisieren möchte. Ich möchte lediglich unseren Weg und unsere Meinung zu diesem Thema aufzeigen. Für welche Version Ihr Euch letztlich entscheidet, liegt vollkommen in Eurem Ermessen. 

Ja zu Interkulturalität, aber …

In den letzten Jahren, als Monsieur Milchbart noch kleiner war, konnte ich dieses ganze Halloween Spektakel gut umschiffen. Ich bin einfach nicht großartig auf die gruselige Dekoration eingegangen oder hab es kindlich verpackt so erklärt, dass sein Interesse wegelenkt wird. Denn ich bin absolut kein Fan von Halloween. Zum einen, weil ich den Anlass und die daraus resultierende Umsetzung des Festes vor allem für Kinder sehr bedenklich finde. Zum anderen, und das muss man ehrlich aussprechen wie es ist, gehört Halloween absolut nicht in den islamischen Jahresablauf. Ihr kennt mich mittlerweile ziemlich gut und wisst, dass ich ein sehr toleranter Mensch bin, der für Interkulturalität und Interreligiosität einsteht. Ich finde es absolut unbedenklich meinen Eltern an Weihnachten und Ostern Gesellschaft zu leisten. Wen dieses Thema weiterführend interessiert kann sich gerne in die dazu passenden Blogposts hier und hier einlesen, um einen generellen Überblick zu bekommen. Halloween hingegen gehört für mich absolut nicht in die Kategorie der Partizipation. Kulturell ist es in Deutschland einfach nicht verankert und gewinnt aus kommerzieller Sicht mehr und mehr Aufmerksamkeit. Das Interesse steigt, der Absatzmarkt für Halloweenprodukte wird immer breiter und tatsächlich kommt es mir so vor, als feiert man Halloween nur, weil es eben jeder feiert. 

Setze Prioritäten

Denn eben hier ergibt sich nun für viele Familien das Dilemma. Wenn ein Thema im Umfeld, vor allem im Kindergarten und in der Schule, mehr und mehr Präsenz erreicht, sind natürlich auch unsere Kinder davon betroffen und fordern Gleiches für ihren eigenen familiären Alltag ein. Eigentlich möchten wir doch nur, dass unsere Kinder glücklich sind. Dass sie ein Teil der Gesellschaft sind und sich nicht ausgeschlossen fühlen. Nun geht es darum Prioritäten zu setzen, das Ganze zu hinterleuchten und die eigenen Prinzipien dagegen zu halten.
Bunter Blätterhaufen zum Basteln an Halloween
Bildquelle: Pixabay
Frage Dich dabei selbst, ob die Veranstaltung oder die Aktivität mit all ihren Elementen in Deine persönliche, ethische, moralische und religiöse Denkweise passt. Dabei geht es weniger darum die Grundlage darauf aufzubauen, was Deine Kinder sich wünschen, sondern vielmehr was sie eigentlich brauchen. Sie brauchen eine gerade Linie. Eltern, die konsequent hinter ihren Entscheidungen und Prinzipien stehen, ohne sich dabei von der Mehrheitsgesellschaft unter Druck setzen zu lassen. Denn wir wollen unsere Kinder zu selbstbewussten, eigenständigen und vor allem zu starken Persönlichkeiten erziehen und nicht zu Mitläufern. Das funktioniert nur, wenn wir ihnen genau das vorleben und sie in ihrer Identitätsfindung unterstützen. Das mag nicht der einfachere Weg sein, aber einfach ist nicht immer unbedingt auch richtig. 

Halloween ist kein religiöses Fest

Aus rein religiöser Sicht ist es absolut sinnfrei Halloween zu feiern. Dabei geht es noch nicht einmal ausschließlich um die islamische Perspektive. Ebenso wenig hat Halloween etwas mit der christlichen Vorstellung zu tun. Es gibt dafür einfach keine Argumentationsgrundlage, was man sich kurz vor Augen führen sollte. Ist die Freude vom Erschrecken, Gruseln und Angst machen anderer Menschen etwas, das in ein islamisches Konzept passt? Allah lehrt uns, dass wir vor nichts Angst haben müssen. Nicht einmal vor dem Tod, denn erst dann beginnt für uns Menschen das eigentliche und wahrhaftige Leben. Wie passt dann das Konzept „Angst“ von Halloween mit dem, das vom Islam vertreten wird, zusammen? Meiner Meinung nach überhaupt nicht.  Für ausführliche Backgroundinfos würde ich Euch bitten eine eigene Recherche durchzuführen und Euch ein Bild davon zu machen, welchen historischen Bezug Halloween eigentlich hat. Eine kurze und einführende Definition findest Du beispielsweise hier.

Du weißt, was am besten für Deine Familie ist

Kopiere nicht einfach nur, weil eben alle es feiern, sondern informiere Dich und Deine Kinder über den Kontext von Halloween. Schlüssele auf, warum Halloween kein muslimisches Fest sein kann und warum wir daran nicht teilnehmen. Kenne den Ursprung und sei Dir dessen bewusst. Es geht nicht nur um eine kulturelle Einbürgerung in unsere Gesellschaft. Wir hinterfragen viel zu selten, nehmen lediglich hin und haben nicht im Blick was die Wirkung dessen projiziert auf die Zukunft unserer Kinder ausmachen könnte. Halloween ist schon rein definitorisch viel mehr als nur niedliche Kostüme und viele Naschereien. Die Verantwortung dessen musst Du als Elternteil übernehmen können. Selbstverständlich werden sich Deine Kinder beschweren, wenn Du plötzlich mit Gegenwind auffährst. Aber Du bist das Elternteil und Du weißt, was am besten für Dein Kind und Deine Familie ist. Fange Ihre Emotionen auf, sei verständnisvoll und führe sie hin zu einem reflektierten Lebensstil.
Kleiner Junge wirft Laub hoch
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Ein wichtiger Bestandteil, um Deinen Kindern genau diesen Unterschied klar zu machen, ist das Differenzieren. Erkläre ihnen welche Feste Muslime feiern und warum. Und eben auch warum Halloween nicht dazu gehört. Behalte dabei immer im Blick, dass viele Dinge auch kulturell übergreifend sind und man viel zum gesellschaftlichen Miteinander beitragen kann, wenn Deine Kinder auch an christlichen Festen partizipieren und auch ihre nicht muslimischen Freunde zum Ramadanfest und zum Opferfest einladen. Ob nun Halloween für Dich auch in diese Kategorie gehört, musst Du selbst herausfinden.

Schaffe Alternativen

Schaffe außerdem Alternativen. Der Herbst und somit auch der Oktober bietet so viele Möglichkeiten, um andere familiäre Rituale einzuführen. Geht in den Wald oder den Park, sammelt bunte Blätter, Kastanien und Eicheln. Verbringt Bastelnachmittage, kuschelt Euch mit einem Kakao aufs Sofa oder backt Kürbisbrot. Schenke Deinen Kindern Aufmerksamkeit, stärke das Band zwischen Euch und schaffe Erinnerungen. Das ist es, woran sie sich letztlich erinnern. Eine kreative Idee dafür findest Du beispielsweise hier. Nun. Sollten Muslime Halloween feiern? Natürlich kann ich die Entscheidung nicht treffen, ob Halloween nun ein Fest sein soll, an dem Eure Kinder partizipieren. Inwieweit es für Euch umsetzbar und vor allem auch vertretbar ist. Immer im Hinblick darauf, ob es einhergeht mit den Prinzipien, die Ihr für Eure Familie festgelegt habt. Die Entscheidung für oder gegen sollte immer zum Wohlergehen Eurer Familie getroffen werden.  

Ich bin so gespannt, wie Ihr zum Thema „Sollten Muslime Halloween feiern“ steht und würde mich freuen, von Euren Ansichten und Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen, um auch Anregungen für unsere familiäre Praxis daraus ziehen zu können und in den Dialog zu gehen. 

Ich wünsche Euch von Herzen einen gesegneten Freitag!

Viele liebe Grüße und Salam

Eure Vanessa

26 Kommentare zu “Sollten Muslime Halloween feiern?

  1. Tuana sagt:

    Assalamualaykum ich sehe das genauso wie du. Und auch ohne es aus dem islamischen Winkel zu betrachten, finde ich das fest schrecklich und sinnlos. Meine Kinder (7j, 5j, knapp 2j.) können damit alhamdulillah garnichts anfangen, und finden die Toten Köpfe und Geister die man überall sieht eher gruselig

  2. Ann sagt:

    Vielen Dank für diesen großartigen Blockbeitrag, wir sind dieses Jahr selbst zum ersten Mal selbst als muslimische Eltern damit konfrontiert.
    Unsere 3jährige Tochter geht seit 3 Monaten in die Kita und Anfang dieser Woche stand am schwarzen Brett die Info,dass die Einrichtung am 31.10 gerne Halloween feiern möchte und die Kinder sich verkleiden können.Mich hat das seitdem sehr beschäftigt und mein Mann & ich werden sie an diesem Tag nicht in die Kita geben,sondern mit ihr an dem Tag etwas unternehmen.

    Dein Beitrag hat mich in unserer Entscheidung noch einmal mehr gestärkt.

    Barakallahufeek liebe Vanessa und Salam 🙂

    • Vanessa Tanriverdi sagt:

      Alaikum Salam liebe Ann,
      ähnlich geht es uns auch. Im Sportverein wird es in diesem Jahr gefeiert und wir haben auch lange hin und her überlegt und uns schließlich auch dagegen entschieden.
      So sollte es auch sein. Dass wir uns gegenseitig unterstützen und sehen, dass wir nicht alleine sind mit unsere Haltung. 🙂
      Ich wünsche Euch eine schöne Familienzeit nächste Woche.
      Viele liebe Grüße und Salam
      Vanessa

  3. Meliha sagt:

    Liebe Vanessa, ich danke dir für den Post. Du hast meine Gedanken in Worte gefasst. Noch fragt unser Sohn Nicht nach Halloween. Aber wenn es dann soweit ist, weiss ich nun wie ich das Thema angehen kann.

  4. Sunita sagt:

    Liebe Vanessa,
    wir sehen es ganz ähnlich. Halloween hat absolut keine Bestandteil unseres Familienlebens, ganz im Gegenteil. Die großen Kids (12&7)lehnen es durch grusel & erschrecken schon einfach kategorisch ab. Dennoch wurde es besprochen und wir sind auf viel Zuspruch und Einsicht gestoßen , Alhamdullilah. Alles eine einfache Sache der Erziehung und vorallem der kindgerechten Erklärungen.
    Und am Ende des Tages werden die Tage gezählt bis zu unseren ganz großen und aufregenden Feiertagen..liebe Grüße

    • Vanessa Tanriverdi sagt:

      Liebe Sunita,
      vielen Dank für den Einblick. Schön zu lesen, wie Ihr es handhabt und vor allem motivierend, dass es auch zu funktionieren scheint, wenn die Kinder bereits älter sind.
      Liebe Grüße zurück & Salam
      Vanessa

  5. Mariana sagt:

    Hallo Vanessa.
    Ich finde es im Allgemeinen traurig, wenn Bräuche gefeiert werden, ohne den Hintergrund zu kennen. Ob es Halloween ist oder Weihnachten, welches der Tradition wegen auch von Nicht-Christen gefeiert wird. Ich habe viel darüber nachgedacht, was kulturelles Gut und religiöses Gut in meinem Leben ist und welche Rituale ich für wichtig empfinde, sie in meinem Leben zu belassen, sie abzuändern oder gar abzuschaffen. Ich denke, das sollte jeder individuell für sich und seine Familie abwägen und nicht nur einem Trend folgen. Wenn man bedenkt, daß Halloween traditionell von katholischen Iren gefeiert wurde und sich in Laufe der Historie und Migrantenbewegungen verändert hat, sollte man sich tatsächlich fragen, welchen Sinn dieser Brauch in Deutschland macht. Ich habe da meine ganz eigene Meinung und lehne es strikt ab. Ich feiere es in der Einrichtung, in der ich arbeite, nicht mit den Kindern, kläre sie aber jedes Jahr aufs neue über die Hintergründe auf, da man diesem Brauch überall begegnet. Für mich ist es einfach nur einem Trend folgen und nach Süßigkeiten betteln. Und das lehne ich einfach schlichtweg ab. Ich finde nicht, daß dieser Brauch von uns erhalten werden sollte, auch wenn ich sonst eher offen und tolerant dem Andersartigen gegenüber bin.

    • Vanessa Tanriverdi sagt:

      Liebe Mariana,
      ich finde es super, dass Du eine konkrete Meinung zu dem Thema hast. Denn genau, das ist wichtig. Ich sehe das genau so wie Du. Jeder muss es selbst entscheiden, allerdings muss man sich trotzdem dessen bewusst sein, was dieses Fest eigentlich bedeutet, wenn man dafür ist.
      Danke für Deine Offenheit!
      Viele liebe Grüße & Salam
      Vanessa

  6. Bayan sagt:

    Ich bin unglaublich dankbar für deinen Post und für die Anregungen und Aspekte, die du beleuchtet hast. Bin Mama von zwei Mädels (10 & 5) und ich versuche immer mit viel Offenheit und Ehrlichkeit mit den beiden umzugehen, wenn wir unsicher sind oder wenn wir auch mit meinem Mann eine Entscheidung treffen sollen oder sogar müssen. Feiern würde ich sagen nein aber Näherkommen und kennenlernen würde ich machen. Der gesellschaftliche Druck ist stark, Halloween gewinnt immer eine größere Bedeutung und wird wirtschaftlich bzw. ökonomisch ausgenutzt. Da sind unsere Kinder in der Schule und im Kindergarten sehr konfrontiert damit und wir sollen sogar müssen darüber reden, wenn der ganze Vormittag im Kindergarten mit Fledermäusen-Basteln verbracht wurde und wenn eine Freundin ihre Geburtstagsfeier auf den 31.10. verschiebt.
    Mit meinen Mädels habe ich sehr offen und ehrlich gesprochen, dass Halloween weder dem Islam noch dem Christentum gehört. Es gehört auch nicht der „deutschen Kultur“. Es ist nicht wie Ramadanfest und nicht wie Weihnachten. Der Feiertag am 31.10. ist wegen Reformationstag und nicht wegen Halloween. Wir werden nicht feiern, ich werde euch mit Kostümen nicht schicken wo ihr die Türe klopft und nach Süßes oder Saures fragt. Erschrecken macht keine Freude, trotzdem würde ich euch nicht verbieten, das Ganze kennenzulernen, damit wir darüber diskutieren können.
    Glücklicherweise gibt es hier in einem Einkaufszentrum Kinderbetreuung, wo es sehr kreativ mit Kindern gestaltet wird. Da wird eine kleine Halloween Party gemacht und Kürbisbrot gebacken. Kinder dürfen mit Kostümen kommen. Meine Kinder machen das nicht. Ich habe für jede ein Maske (keine gruselige) gekauft und hab denen erklärt, warum ich so machte warum keine Kostüme warum nur sehr billige Maske (ein Euro) und warum wir das nicht unbedingt jedes Jahr machen würden. Ausschließen will ich sie nicht, ich möchte dass sie das kennen und nicht denken, oh Gott, was ist das?!!

    • Vanessa Tanriverdi sagt:

      Liebe Bayan,
      vielen lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich bin voll und ganz bei Dir. Es ist definitiv schwierig, vor allem wenn man gefühlt alleine gegen eine Wand argumentieren muss. Vor allem finde ich es aber toll, dass Du Dich dem Kennenlernen nicht verschließt. Ein einfaches „Nein, wir feiern das nicht!“ wird kein Kind verstehen. Aber eine Annäherung, eine Auseinandersetzung mit dem Thema und ein Vergleich zu islamischen Werten auf kindgerechter Ebene, ist sinnvoll. Ich finde Deinen Weg super!
      Viele liebe Grüße und Salam
      Vanessa

  7. Maike Peters sagt:

    Moin, ich sehe das etwas anders. An Halloween feiert man ursprünglich das Ende des Sommers, das Vieh kommt wieder in den Stall, die Seelen der Toten kehren nach Hause zurück. Es wurden Freudenfeuer entzündet(Knochenfeuer, weil man die Knochen der geschlachteten Tiere verbrannte) und verkleidet hat man sich, um die bösen Geister zu vertreiben. So erkläre ich das auch meinen Schülern. Wisst ihr wie sich die muslimischen Kinder fühlen, wenn sie an solchen Veranstaltungen nicht teilnehmen dürfen? Ich rede nicht von Kindergartenkindern, sonder von Schulkindern. Ich musste hier schon manche Tränen trocknen, weil Eltern verbieten an den Feiern teilzunehmen. Und da ist auch ein Bastelnachmittag pp keine Alternative. Wenn wir in der Nachmittagsbetreuung feiern, sind alle verkleidet , und die muslimischen Kinder müssen so dabei sein?
    Wir feiern hier alle Feste, auch muslimische, an denen dann auch die anderen teilnehmen.
    Bevor wir unsere Kinder ausgrenzen, sollten wir dann nicht lieber auf alle Feste verzichten? Wir fragen uns das inzwischen ernsthaft in unserer Einrichtung, denn wenn es danach geht, ob es zu ,,unserer‘‘ Kultur gehört, dürften wir auch keine muslimischen Feste feiern.

    • Vanessa Tanriverdi sagt:

      Hallo liebe Maike,
      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar und vor allem für den Gegenwind. Ich finds super auch die andere Perspektive zu sehen.
      Ich kann das wirklich nachempfinden, dass es für die Kinder nicht leicht sein muss. Aber meinst Du, dass zu Hause wirklich differenziert mit dem Thema umgegangen wird in den Fällen?
      Ich bin, wie Du sicher weißt, voll und ganz für Interreligiosität. Vor allem in Tages- und Schuleinrichtungen sollte jedes Kind die Möglichkeit haben jedes Fest kennenzulernen. Egal, ob Weihnachten, Ostern, das Ramadanfest etc. oder eben auch jüdische Feiertage. Aber Halloween ist nun einmal kein Fest, das zur deutschen Kultur gehört. Es mag Gegenden in Deutschland geben, wo man bsp. das Rübengeistern betreibt. Wenn es ein kulturelles Gut ist und in dieser Gegend historisch verankert ist, bin ich voll und ganz bei Dir. Aber Halloween ist „eingebürgert“ worden und das auch erst in den letzten Jahrzehnten. Da stellt sich mir gar nicht die Frage, ob ich es mit Ostern und Weihnachten gleichsetzen muss und vor allem auch nicht, ob ich aufhöre muslimische Feiertage zu feiern, nur weil die muslimische Community sich eben bei diesem einen Fest sträubt.
      Gibt es denn auch an Weihnachten und Ostern muslimische Kinder, die nicht mitfeiern? Denn wenn tatsächlich nur Halloween das Problem ist, wäre es dann nicht einfacher nur Halloween in Eurer Einrichtung abzuschaffen, anstatt alle Festlichkeiten?
      Ich freue mich auf Deine Rückmeldung.
      Viele liebe Grüße und Salam
      Vanessa

  8. Asma sagt:

    Assalamu aleikum liebe Vanessa,
    Ich finde auch man sollte nicht einfach jedes Fest feiern, nur weil alle das machen. Oder nur um nicht anders zu sein. Man muss auch nicht zu allen Sachen ja sagen, nur um nicht anzuecken.
    Ich finde die Entwicklung sehr bedenklich, dass Halloween jetzt schon in Kindergarten und Schule gefeiert wird, denn für mich ist das fest einfach nur Kommerz.
    Wenn Kinder herumgehen und quasi „drohen“ mit Streichen,um Süßigkeiten zu bekommen, was lernen sie dabei? Dass es witzig ist andere Leute zu erpressen und zu erschrecken.
    Bei grüne banane gibt es auch ein interessantes wissensposter zum Thema Halloween was ich nur empfehlen kann um mit den Kindern darüber zu reden.
    Alles liebe wasalaam

  9. Sevde Tasci sagt:

    Hallo liebe Vanessa,
    Ich und mein Mann sehen das genauso. Ich muss sagen meine Kinder (12J & 8J) haben das von uns erklärt bekommen, sowie du das oben so schön ausführlich wiedergegeben hast. Meine Kinder hatten bisher nie denn bedarf gehabt es mal zu feiern. Ich habe meine Erfahrung mit meinem Kindern machen dürfen…etwas verbieten ohne es zu erklären, sinnliche antworten geben für die Fragen von unseren Kindern, offen sein immer da sein wenn sie verunsichert sind und das aller wichtigste das Vorleben! Ich vertraue da auf die mitgegebene reine Seele aller Kinder(fıtrat).Sie sind so rein, dass sie das falsche von richtig unterscheiden können. Es lieget in unser Hand was wir unseren Kindern vorleben und wie wir mit ihnen umgehen.

    Liebe Vanessa danke Allah dass es dich gibt und all die Menschen die hier ihre Kommentare mitteilen. Selam an alle❤

  10. Latifah sagt:

    Salam,

    In meiner Schul – und Kindergartenzeit war nicht nur ich als muslimisches Mädchen eine derer, die nicht an Halloween-Veranstaltungen teilgenommen hat, sondern streng katholische Kinder sowie Kinder von Zeugen Jehovas durften das auch nicht, wir haben uns alternativ bei einer Familie getroffen und gespielt, Kuchen gegessen und Zeit miteinander verbracht.
    Die Entscheidungen der Eltern muss man akzeptieren und Alternativen schaffen, auch eine Einrichtung sollte nicht in die Entscheidungen der Eltern eingreifen.

  11. Ilhaam El Qasem sagt:

    Salam – jetzt bin ich hier sehr spät erst in die Diskussion eingestiegen, keine Ahnung ob das jetzt noch wer liest ? ich wollte eigentlich auch nur einen Link dazu loswerden. Hina Mukhtar-Khan aus Kanada schreibt immer wahnsinnig tolle Sachen zum Thema Islam und Erziehung, und in Nordamerika und Kanada ist Halloween ja ein Riesending. Ich fand ihren Artikel dazu sehr sehr gut und bin persönlich so wie sie eingestellt

    https://seekersguidance.org/articles/featured-articles/including-our-children-in-the-halloween-discussion-by-hina-khan-mukhtar/

  12. Ilhaam sagt:

    Ich sollte vielleicht ergaenzen dass wir hier eher ueber Kinder im Kleinkindalter sprechen, aber in Amerika und Kanada ist das ja bis ins Erwachsenenalter relevant, und ich denke ihren Artikel sollte man vor dem Hintergrund betrachten, dass es auch im aeltere Kinder und ihr Verstaendnis gehen kann. Also zum Beispiel erwaehnt sie ja, dass man im Islam ueber den Tod reflektieren sollte anstatt daraus eine Spass und Gruselveranstaltung zu machen, aber das bezieht sich natuerlich dann auf aeltere Kinder und nicht auf Kleinkinder…wollte ich nur dazu anmerken 🙂

  13. Jennifer sagt:

    Ich kenne dieses Problem auch. Meine fast 4 jährige Tochter findet Halloween ganz spannend. Wir haben ihr deutlich ausgelegt das wir das nicht feiern und warum. Und erstaunlicher Weise hat sie das ganz gut verstanden. Es ist traurig zu sehen das Menschen sich von so etwas mitreisen lassen, schließlich sollte niemand es gut finden anderen Angst zu machen…

  14. MusabMeryem sagt:

    Selamunaleykum liebe Vanessa,
    ich kann mich nur anschließen, danke für deinen Beitrag. Möchte jedoch noch dazu mitteilen, dass in Islam auch kein Geburtstag usw. gefeiert wird. Mein Sohn﴾ fast 5 Jahre alt ﴿ hat bis jetzt nur Zuckerfest gefeiert und Opferfest, zum Zuckerfest bekommt er dann seine Wunschtorte und Geschenke die er sich wünscht. Er kennt es nicht anders auch im Kindergarten habe ich es angesprochen und ja die Begeisterung war nicht so groß aber es wurde so akzeptiert. Unsere fast ganze Familie feiert Geburtstag und wir gehen auch dahin, denn es wird sonst falsch verstanden und wir müssen sonst dazu Stellungnahme nehmen:﴿ es ist zwar ein langer Weg und dauert auch noch ein bisschen, aber bis dahin möchten wir unsere Familie nicht verletzten. Sobald man es den Kindern erklärt und auch wirklich Alternativen anbietet, nehmen es die Kinder auch sehr gut auf. Zum opferfest gibt es auch Geschenke und eine kleinere Torte, somit hat mein kleiner 2 mal im Jahr Torte und Geschenke Er spart jedes Jahr mit meiner Unterstützung sein Geld die er von Opa , von uns usw bekommt, und wir kaufen uns davon die Dekors für Bayram. Unser Ramadankalender basteln wir selber, so hat er keine Interesse mehr an Geburtstagen, die ja nicht zum Islam gehören und wir bereiten uns wirklich darauf vor, somit ist er immer aufgeregt und freut sich jedes Mal darauf.
    Liebe Grüße,

  15. MusabMeryem sagt:

    Und das Kinderbuch: —Night of the Moon—
    was du für Ramadan empfohlen hattest , habe ich gekauft und bin wirklich begeistert, mein Sohn bekommt es zu Ramadan InshaaALLAH.
    Danke für den tollen Tipp.

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